Dankeschön, liebe Manu
Zum Reisen gehört Humor, Geduld, Mut, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen und dass man sich durch Zufälle, Probleme, böses Wetter, schlechtes Essen oder einem etwas langsameren Suzuki LJ80 nicht aus der Ruhe bringen lässt…
Rein nach diesem Motto hat sich unsere bunt gemischte Gruppe – großteils aus dem Verein Geländewagenfreunde Bay. Wald e.V. – für ein paar Tage auf den Weg nach Kroatien gemacht.
Unser Konvoi bei dieser Tour bestand aus „Balko“ mit „BigAl“ (Nissan Patrol GR), Luck & Tina mit Patrol W160 Pickup-Umbau, Markus & Sandra mit Patrol GR, Herbert & Heidi mit Patrol 160, Christian, Mel & Louis mit Landrover 110, Flo mit Mitsubishi Pajero und Manu mit „Elle“ (Suzuki LJ80).
Mit der Kroatien-Tour-Zeitschrift der Offroad im Gepäck fuhren wir los zum ersten Treffpunkt nach Hallein, wo wir leider schon mit 2 Stunden Verspätung ankamen, da unser kleinster – der Suzuki LJ 80 – bereits nach 100km mehr Benzin in der Ölwanne als im Tank hatte.
Nach ausgiebiger Fehlersuche, Austausch der Benzinpumpe und Ölwechsel am Rande der Bundesstraße ging es schließlich weiter nach Hallein.
Das Benzin-Öl-Gemisch haben wir natürlich ordnungsgemäß im Tank eines Patrols entsorgt.
Wir stehen bei 40° im Stau an der Grenze zu Kroatien - in der "Elle" läuft die Heizung, da der Motor überhitzt ist - und im "BigAl" Klimaanlage und die neueste DVD... soviel zum Thema Offroader und Gemeinschaftssinn. Nein, Spaß bei Seite - unsere Manu durfte mit ihrem LJ80 die knapp 2000km-Tour durch Kroatien wohl am intensivsten erleben.
Unsere erste Nacht in Kroatien verbrachten wir nähe Porec, wo wir mit dem Landy verabredet waren um ein paar Tage gemeinsam die Touren der Offroad zu fahren.
Trotzdessen, dass Louis (7 Jahre) am nächsten Morgen nach gründlichem Studieren der Landkarten fragte, warum wir nicht einfach die Autobahn nehmen, entschieden wir uns für Tour 1 der Offroad „Istrien / Nordost“.
Nach einer schönen teils schlammigen – teils steinigen Strecke bergauf ließ uns das idyllisch gelegene Sovinjak mit Rundumblick Istrien bei einer Mittagspause ausgiebig genießen.
Unsere Tour geht weiter durch das Ucka-Gebirge mit Ausblicken auf die Kvarner Bucht. Auf diesem Abschnitt treffen wir auf eine Horde Wildpferde, die sich von unseren Geländewägen fast nicht beirren ließ.
Das im Tal zum Meer gelegene Fischerdorf Moscenicka Draga war das Ende dieser Roadbook-Tour und gleichzeitig unser zweites Quartier in Kroatien. Glasklares Meer, eine schöne Strandpromenade und Live-Musik erwartete uns am Abend und ließ uns auf die 120km lange Tour zurückblicken.
Nach gründlichem Ausschlafen, morgendlichen Schwimmen im Meer und Frühstück mit der durch die erste Tour zu Butter gewordenen Milch machten wir uns auf den Weg zum Einstieg der Tour 4 „Durch das Reich der Bären und Luchse / Gorski Kotar, Risnjak-Nationalpark“.
Eine Tour durch endlos wirkende und menschenleere Wälder mit einsamen Bergwiesen, die zum Verweilen und Picknicken einladen. Von „Gerovo“ aus - dem Ende der Tour - machten wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz - letztendlich landeten wir in Njivice, einem stark vom Tourismus überlaufenen Ort, auf der Insel Krk.
Gleich am nächsten Morgen geht es weiter nach Stara Baska, einem etwas ruhigerem Gebiet im Süden von Krk mit Campingplatz und mehreren kleineren Buchten am Meer.
Nach zweitägigem Pausieren am Strand bei 45° packt uns am Abend vor der Weiterreise noch das Fieber eine weitere Tour zu fahren. Somit machten wir uns auf die Suche nach „Vrbnik“ – dem Einstieg für die 3. Roadbooktour der Offroad.
Unser Navi setzte uns bei der Eingabe des Ortes mitten im Wald in einer Kurve ab und wir schienen etwas ratlos. Über die Landkarte der Offroad, Bauchgefühl und Koordinatensuche fanden wir schließlich den Endpunkt der Tour – der aber leider mit einer Schranke versperrt war. Die Gesichtsausdrücke entspannten sich jedoch im Nu als auf dem Rückweg der Ort „Vrbnik“ ausgeschildert war und wir den lang ersehnten Einstieg zur Tour 3 „Insel Krk / Kvarner Bucht“ fanden.
Da wir uns nach Kaffeepause und Sonnenuntergang auf dem Hochplateau immer noch nicht von diesen Eindrücken und dem abendlichen Blick auf „Selce“ und „Novi Vinodolski“ trennen konnten, ließ sich die wunderbare Landschaft bei der nächtlichen Abfahrt nur noch erahnen. Auch für ein Foto mit dem in der Zeitschrift angegebenen Offroad-Logo war es leider schon zu dunkel.
Diese Tour erstreckt sich zwar nur über 12km, sollte man sich aber landschaftlich und aus Sicht des Offroaders, auf keinen Fall entgehen lassen.
Wie jede Nacht wird auch heute noch über die leidige Frage der Dachzeltbesitzer diskutiert, wo wohl morgen die Sonne aufgeht.
Gerne hätten wir auch noch die restlichen Touren der Offroad erkundet, mussten uns aber langsam wieder Richtung Heimat begeben.
Im Hinblick auf 45° und den stark anwachsenden Tourismus – vor allem auf der Insel Krk – steht fürs nächste Mal allerdings fest, dass Kroatien im Frühjahr oder Herbst etwas angenehmer sein muss als Mitte August.
Weitere Bilder und Videos zu unserer Tour findet Ihr unter:
www.patrol-fun.de und
www.gelaendewagenfreunde.de .
Diesen Bericht findet Ihr nun auch mit Bildern in der Off Road Zeitschrift 11/09